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Eine geradezu demokratische Idee aus Weimar wird so alt wie die USA: 250 Jahre Weimarer Mal- und Zeichenschule. "Jung und alt, hoch und niedrig, Hof und Bürgerschaft, Räte, Dichter und Adel, Pagen und ihre Erzieher saßen hier nebeneinander, Eltern lernten zugleich mit ihren Kindern", beschrieb der Historiker Felix Pischel die Atmosphäre in der ehemals "Fürstlichen freyen Zeichenschule", in der sich gesellschaftliche Grenzen aufzulösen begannen. Bis heute ist sie dies geblieben: ein Ort für alle. Sie schafft nicht nur Raum für Kunst, von akademisch bis experimentell, sondern immer auch Raum für Begegnung und Austausch, Inspiration und Kooperation. Eine nicht historische und doch geschichtsbewusste Installation im Haus ihres Begründers Friedrich Justin Bertuch lädt Menschen jeden Alters auf ungewöhnliche Weise dazu ein, sich ein eigenes Bild davon zu machen, ob all dies auch nach einem Vierteljahrtausend noch von Bedeutung ist. Was machen wir heute mit diesem kulturellen Erbe in Zeiten sozialer Spannungen, knapper öffentlicher Mittel und Debatten über "Systemrelevanz"?
Um "Kunstfleiß und Karriere. Bertuchs Entwurf der Weimarer Zeichenschule" geht es in dem vom Stadtmuseum kuratierten Ausstellungsraum.
Eine Kooperation der Weimarer Mal- und Zeichenschule e.V. und des Stadtmuseums Weimar im Bertuchhaus.
Lena Willmann: Pet me (2025) (c) Weimarer Mal- und Zeichenschule, Foto: Jörg Müller



