Vortrag von Margarete Oppel im Rahmen der Mittwochsvorträge der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Weimar e.V.
Die sich seit der Mitte des 18. Jahrhunderts in Europa etablierende Innenraumgestaltung mit Papiertapeten hat Friedrich Justin Bertuch seit 1787 im Journal des Luxus und der Moden intensiv beworben und so in Deutschland vorangetrieben. Ende der 1790er Jahre schuf er in seinem Haus am Baumgarten ein besonderes klassizistisches Tapetenkabinett. Während der Baumaßnahmen für die Weimarhalle im Jahr 1931 rettete der Weimarer Philologe und Museumsmann Eduard Scheidemantel dessen wichtigste Bestandteile vor der Zerstörung. Nach einer wechselvollen Geschichte ihrer Präsentation sind diese originalen Tapetenelemente seit dem Jahr 2000 in den Graphischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar magaziniert. Für die Ausstellung „Lady Hamilton – Eros und Attitüde“ wurden sie 2016 restauriert. Margarete Oppel erläutert anhand eines eigens für diesen Vortrag erstellten 3-D-Modells von Walter Oppel die Geschichte des einzigartigen Kabinetts und veranschaulicht daran die ausgeklügelte Ikonographie seines Bildprogramms.

