Bild des Stadtmuseeums

Kindheit hinter Stacheldraht

Eröffnung: Donnerstag, 18.06.2015
Dauer: Freitag, 19.06.2015 bis Sonntag, 13.09.2015

Die von der Bundesstiftung Aufarbeitung geförderte Wanderausstellung ist den Kindern gewidmet, die nach dem Ende des 2. Weltkrieges in einem sowjetischen Lager in Deutschland, einem der zehn so genannten „Speziallager“, oder in einem Gefängnis der DDR geboren wurden. Mindestens 122.671 Deutsche waren unter der Herrschaft Stalins von 1945 bis 1950 in Lagern in Deutschland inhaftiert. Ohne Einzelfallprüfung und somit oft auch ohne Gerichtsverfahren wurden diese Menschen in Lagern wie Buchenwald, Sachsenhausen oder Bautzen eingesperrt. Dort lebten sie unter unmenschlichen Bedingungen. Viele Häftlinge verhungerten oder starben an Krankheiten. Als die letzten Lager 1950 aufgelöst wurden, übergaben die sowjetischen Behörden viele Gefangene „zur weiteren Strafverbüßung“ an die neugegründete DDR. Die schickte die politisch verurteilten Frauen u. a. in das bekannte und gefürchtete Gefängnis von Hoheneck. Man trennte die Kinder von den Müttern und steckte sie in Heime, wo sie isoliert wurden und im „Geiste des Sozialismus“ erzogen werden sollten. Ähnlich erging es auch jenen Kindern, die in den Gefängnissen der DDR geboren wurden. Erst mit der Entlassung der Mutter, oft nach vielen langen Jahren, gab es – nicht für alle – ein Wiedersehen zwischen Mutter und Kind.