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Ernst Feder als Mitarbeiter des Argentinischen Tageblatts

Das Argentinische Tageblatt vom 18. September 1941 vermeldet die Ankunft von Dr. Ernst Feder in Brasilien. Dr. Alemann hatte schon Kontakt zu Ernst Feder aufgenommen und ihn um Mitarbeit gebeten.
Ernst Feders Beitrag in den Diretrizes über das Argentinische Tageblatt

Das Argentinische Tageblatt wurde von den Schweizer Einwanderern Johann Alemann und seinem Sohn Moritz aus Bern 1878 zuerst als "Argentinisches Wochenblatt" gegründet. Zusammen mit seinen anderen Söhnen, Theodor und Ernst, gründete der freisinnige Schweizer Journalist Johann Alemann 1889 das "Argentinische Tageblatt". Das "Wochenblatt" erschien bis 1967 als Wochenendausgabe des Argentinischen Tageblatts. 1925, nach dem Tod Theodor Alemanns, übernahm dessen Sohn Ernesto F. Alemann die Direktion der Zeitung. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Argentinische Tageblatt zum Sprachrohr der antinationalsozialistischen Opposition unter den Deutschen in Argentinien und bekam einen weltweiten Ruf. Seit dem Tod Ernesto Alemanns 1982 wird die Zeitung von seinen Söhnen Dr. Roberto T. Alemann und Dr. Juan E. Alemann sowie von Eduardo Alemann herausgegeben.

Die Zeitung fühlt sich auch nach vier Generationen dem im Impressum postulierten Grundsatz freisinnig-liberaler Tradition verpflichtet. In seiner über hundertjährigen Geschichte hat das Argentinische Tageblatt unzählige Stürme überwunden. Die Zeitung wurde mehrmals verboten, ihr Direktor des Landes verwiesen. Sie durchlitt einen Anzeigenboykott deutscher Unternehmen wegen ihrer republikanischen Einstellung. Bombenattentate auf den Verlagssitz und die Wohnungen der Herausgeber waren zeitweise an der Tagesordnung.
Redakteure wurden von Schlägerbanden tätlich angegriffen. 1936 entzog die Universität Heidelberg Ernesto Alemann den dort erworbenen Doktortitel. Das Argentinische Tageblatt wurde auf dem Boden des Deutschen Reiches verboten. Während der NS-Zeit überstand das Tageblatt wegen seiner kompromisslosen Haltung gegenüber dem Hitler-Regime sechs von der Deutschen Botschaft in Argentinien eingeleitete Prozesse.

Schon bald nachdem Ernst Feder 1941 in Rio de Janeiro im Exil ankam schrieb er für das Argentinische Tageblatt und in den brasiliainischen Zeitungen schrieb er auch über das Argentinische Tageblatt.

So heißt es in der Zeitschrift

DIRETRIZES vom 29/4/1943

Dez Anos de LUTA Anti-Nazista - A PAGINA GLORIOSA DE UM JORNAL ARGENTINO

Por ERNESTO FEDER (Especial por a DIRETRIZES)

Zehn Jahre Antinazistischer Kampf  - Die ruhmvolle Seite einer Argentinsichen Zeitung von Ernst Feder (Exclusiv für die Diretrizes)

 

Autor/Kurator:
Dipl.rer.pol. Sylk Schneider 
Tel.: (0 36 43) 82 60 38
E-Mail: sylk.schneider@stadtweimar.de