Bild des Stadtmuseeums

FRANZ LISZT UND Carl Alexander

La Mara schreibt im Vorwort, Seite III des von ihm 1909 in Leipzig herausgegebenen Buches "BRIEFWECHSEL ZWISCHEN FRANZ LISZT UND CARL ALEXANDER GEOSSHERZOG VON SACHSEN" folgendes: "In der Korrespondenz Franz Liszts nimmt der Briefwechsel mit seinem fürstlichen Freund, dem Großherzog Carl Alexander von Sachsen, der Bedeutung wie der Ausdehnung nach eine der vornehmsten Stellen ein. Ein Freundschaftsbund seltner Art, wie er wohl nur in dem Carl Augusts und Goethes ein Beispiel findet, verband dem Fürsten den Künstler. Pflicht gegen beide erscheint es, das edle Bild, das er gewährt, in ihren Briefen der Nachwelt zu überliefern. Im Großherzoglichen Hausarchiv zu Weimar handschriftlich aufbewahrt, werden dieselben mit hoher Genehmigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Wilhelm Ernst hiermit der Öffentlichkeit übergeben. Einige wenige von der Herausgeberin schon früher publizierte Schreiben aus dem Besitze des Liszt-Museums wurden, um den Briefwechsel als ein möglichst lückenloses Ganze darzubieten, diesem eingereiht.

Auf der Höhe seiner Virtuosentriumphe, als eine künstlerische Wundererscheinung angestaunt, wo immer er erschien, betrat der dreißigjährige Liszt im November 1841 zum ersten Male den klassischen Boden der Musenstadt, die mit Augen zu schauen ihn schon längst verlangt hatte. Zu kurzem Verweilen nur kam er zunächst: er spielte am 26. November im engsten Kreise der großherzoglichen Familie, zwei Tage später in einem großen Hofkonzert, am 29. November öffentlich im Hoftheater.

Er ließ einen Rausch des Entzückens zurück und schied."

"Den nach dem Dresdener Maiaufstand 1849 steckbrieflich verfolgten Flüchtling Wagner, der auf der Altenburg eine vorübergehende Zuflucht suchte, empfing Maria Paulowna auf der Wartburg, die er im Tannhäuser« verherrlicht hatte, und die heiß ersehnte Begnadigung des Verbannten fand nachmals keinen eifrigeren Fürsprecher als Carl Alexander, den Beschützer seines tatkräftigsten und unermüdlichsten Freundes : Liszt.

Dieser Getreueste aller, der »Holländer«, »Tannhäuser« und »Lohengrin« von seiner Weimarer Bühne aus die Welt eroberte, war auch der Erwecker der schlummernden Nibelungenidee. Was wir nachmals in Bayreuth in Erscheinung treten sahen, war von Liszt einst für Weimar in Aussicht genommen. Der klassische Boden, der uns die größten deutschen Dichterwerke geboren hatte, sollte, so plante er, auch die Geburtsstätte der größten musikalisch-dramatischen Taten der Neuzeit werden. Tatsächlich schwebten 1855 bereits Verhandlungen mit Wagner in diesem Bezug.

Nur an Beschränktheit der zu Gebote stehenden Mittel scheiterte die Verwirklichung des stolzen Plans." (La Mara, Seite VI)

 

"Zahlreiche künstlerische Institutionen erstanden, von Carl Alexander hervorgerufen oder beschützt, auf weimarschem Boden. Der sich 1859 konstituierenden Schillerstiftung folgte ein Jahr später die Eröfihung der Kunstschule, die von Graf Stanislaus Kalckreuth geleitet, Lehrkräfte wie Böcklin, Lenbach, Pauwels, Begas, Ramberg, Brendel herbeizog, nachdem schon vor ihnen Preller, Genelli, Wislicenus zu Weimars Ruhm geschaffen hatten.

Das Museum wurde 1863 bis 1869 errichtet, darin Prellers berühmter Odysseezyklus sein Heim fand. Die Wartburg, die sagen- und poesieumsponnenste der deutschen Burgen, ward in ihrer früheren Herrlichkeit wieder hergestellt, um zur Feier ihres 800jährigen Bestehens (1867) durch Aufführung von Liszts »Heiliger Elisabeth« ihre festliche Weihe zu empfangen. Das Jahr 1864 sah die Shakespeare-Gesellschaft, das Jahr 1872 die Musik- und Orchesterschule, das Jahr 1885 die Goethe-Gesellschaft erstehen." (La Mara, Seite IX)

Einband: BRIEFWECHSEL ZWISCHEN FRANZ LISZT UND CARL ALEXANDER GEOSSHERZOG VON SACHSEN HERAUSGEGEBEN VON LA MARA