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Stadtmuseum : Sonderausstellungen 2021 : Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen

Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen

Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche II

Kuratorin: Dr. Maria Stolarzewicz,  Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena

Eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Weimar

Ausstellungsdauer: 10.09. – 31-10. 2021

 

Ausstellungseröffnung mit einem Vortrag und einem Gesprächskonzert

Freitag, 10.09.2021 um 17:30 Uhr, in der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar, Festsaal

 

Die Ausstellung Verfolgte Musiker im nationalsozialistischen Thüringen. Eine Spurensuche II entstand im Rahmen des gleichnamigen Forschungsprojektes, das seit 2018 in Weimar läuft und seit 2019 am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena angesiedelt ist. Dank der Förderung durch die Thüringer Staatskanzlei und die Deutsche Bank Stiftung war es bisher möglich, eine Wanderausstellung (2019), zwei Tagungen (2019 und 2020) und mehrere Konzerte durchzuführen sowie eine Dokumentation der ersten Projektphase (Böhlau Verlag, 2020) zu veröffentlichen.

Die Ausstellung präsentiert in einer komprimierten Form Schicksale Thüringer Musiker*, welche während der nationalsozialistischen Diktatur ausgegrenzt, verfolgt, zum Exil gezwungen oder ermordet wurden. Die Präsentation unterteilt sich in drei Themenbereiche: jüdische Berufsmusiker, Kultusbeamte jüdischer Gemeinden und ihre musikalischen Aktivitäten sowie Mitglieder der Lagerkapelle des Konzentrationslagers Buchenwald.

Der erste Themenbereich widmet sich den Schicksalen jüdischer Berufsmusiker, wie etwa des Komponisten Hans Heller (1898-1969) aus Greiz und eines aus Apolda stammenden Geigers Max Peller (1907-1945). Der Themenbereich schließt unmittelbar an die erste Wanderausstellung an, welche bereits Anfang 2019 im Stadtmuseum zu sehen war. Sie behandelt Biographien jüdischer Komponisten, Sänger, Instrumentalisten, Musiklehrer, Musikwissenschaftler und Tänzer, welche an repräsentativen Orten Thüringens gewirkt haben. Die neue Präsentation befasst sich mit Personen, welche in der ersten gar nicht oder nicht markant genug in Erscheinung traten.

Der zweite Themenbereich der Ausstellung leistet einen kleinen Beitrag zum Themenjahr 900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen. Er zeigt an ausgewählten Beispielen musikalische Aktivitäten jüdischer Gemeinden und musikalische Tätigkeit sowie Biographien von Kantoren und Rabbinern. Zu dieser Gruppe gehören etwa: Hermann Schacher (1887-1943), der letzte Kantor der Synagogengemeinde Erfurt, Dr. Gustav Pfingst (1900-1957), der vorletzte Rabbiner der Synagogengemeinde Nordhausen und Dr. Josef Wiesen (1866-1942), der letzte Landesrabbiner der Israelitischen Religionsgemeinde Eisenach.

Der dritte Ausstellungsbereich befasst sich mit den Mitgliedern der Lagerkapelle des KZ Buchenwald. Eine 

Analyse vorhandener Archivdokumente und Überlieferungen ermöglichte, Namen von 42 Musikern der Lagerkapelle herauszufinden, ihre Biographien zu rekonstruieren und Einblicke in die Musikausübung im KZ Buchenwald zu gewähren.

Im Zeitraum der Ausstellungspräsentation wird im Stadtmuseum Weimar ein besonderes Exponat ausgestellt: Es ist das Portrait der im NS-Thüringen verfolgten Großherzoglichen Kammersängerin Jenny Fleischer-Alt (1865-1942), welches ihr Mann, Friedrich Fleischer (1861-1838), um 1887 malte und später seiner Familie in Wiesbaden verschenkte. Nach über120 Jahren kam dieses Bild dank Adelheid Rüter-Ehlermann (Großnichte des Malers) und Dr. Bernhard Post nach Weimar zurück und wird der Öffentlichkeit zum ersten Mal vorgestellt.

Autorin: Dr. Maria Stolarzewicz