Bild des Stadtmuseeums
Stadtmuseum : Aktuelles und Familienseite mit Adventskalender : Familienseite und Adventskalender

Zur Geschichte der Adventskalender

Liebe Besucherinnen und Besucher,

 

als Ersatz für die Weihnachtsausstellung sowie die Schüler- und Adventsveranstaltungen möchten wir auf dieser Seite für Kinder und die ganze Familie interessante Objekte aus unserer vielseitigen Sammlung zeigen und  auch das Märchen-Suchspiel, das sonst in unserer Ausstellung zu erleben ist, ermöglichen (nebenstehend: Kindertheater und Märchenspiel).

 

Jeden Tag im Advent gibt es im Folgenden etwas Neues aus unserer Sammlung historischer Adventskalender, wir wünschen viel Vergnügen! 

 

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November/Dezember 2020

Freitag, 27.11.2020

"Advent (lat.) heißt 'Ankunft' und ist die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten, dem schönsten und populärsten Fest der Kirche. Sie feiert die Geburt Christi...Wie allen hohen Kirchenfesten stellte sie auch Weihnachten eine mehrwöchige Vorbereitung voran. Seit der Kirchenversammlung von Aachen im Jahre 826 besteht diese aus vier Adventssonntagen." (Dietrich Sattler, Der Adventskranz und seine Geschichte, Agentur des Rauhen Hauses Hamburg, 1997).

 

Die Geschichte der gedruckten Adventskalender begann zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in Deuschland. Vorformen sind schon aus dem 19. Jahrhundert überliefert. Den Ablauf der Adventstage verdeutlichte das Anzünden von Kerzen am Adventskranz (erstmals 1839 im Rauhen Haus Hamburg) oder das Aufstellen eines Adventsbaumes, der fortlaufend bis Weihnachten mit aufgeschriebenen, seit 1895 auch gedruckten Adventsverheißungen in Blatt- oder Sternenform geschmückt wurde. Aus Skandinavien kommt der Brauch der "Adventskalender"-Kerze, die jeden Tag ein Stück abgebrannt wird. In der Literatur werden selbstgefertigte Zählhilfen beschrieben, beispielsweise das Aufmalen einer Reihe von Kreidestrichen an Bett oder Tür, von denen die Kinder täglich einen auslöschen durften, um die kürzer werdende Wartezeit auf Weihnachten zu veranschaulichen.

 

Bild: Thekla von Gumpert, Der Adventsbaum, Eine Erzählung für Jung und Alt, Verlag der Anstalt Bethel bei Bielefeld, 1891

 

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Samstag, 28.11.2020

Bild: 28 Adventssterne in Originalverpackung, für den Adventsbaum und auch als Schmuck für den Weihnachtsbaum.

 

Die Adventszeit vom ersten Adventssonntag bis Weihnachten schwankt in den verschiedenen Jahren zwischen 22 und 28 Tagen. Für die gedruckten Adventskalender setzte sich letzlich der erste Dezember als Beginn durch, beliebt waren (u.a.) zunächst auch "Nikolauskalender", die am 6. Dezember begannen. Es gab (und gibt) ebenfalls Kalender, die mehr als 24 Türchen haben, z.B. zusätzlich für die Adventssonntage oder weiterführend bis zum Dreikönigstag.

 

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Sonntag, 29.11.2020, Erster Advent

Die ersten gedruckten Adventskalender erschienen in Form einer Adventsuhr (1902, Hamburg) und als Bilderbogen zum Ausschneiden und Aufkleben (1903, München). Gerhard Lang, Herausgeber der ersten Ausschneide- und frühen Türchen-Kalender, berichtete aus seiner Kinderzeit von 24 auf einer Pappe befestigten Gebäckstücken, die ihm seine Mutter für die Vorweihnachtszeit angefertigt hatte.

 

Im Jahre 1908 trat er als Teilhaber in die nun "Reichhold & Lang, Lithographische Kunstanstalt GmbH, München" bezeichnete Firma ein. Hier erschienen bis 1940 sehr ideenreiche und auch aufwendige Adventskalender. Neben den bereits genannten Ausführungen waren Kalender zum Abreißen, mit Zieh- und Aufsteckfiguren, als Adventsuhr oder dreidimensionales Haus im Angebot.

 

Bild: Gerhard Lang und Richard Ernst Kepler, Weihnachtskalender "Im Lande des Christkinds" mit Bilderbogen zum Ausschneiden und Aufkleben, erschienen mit Veränderungen ab 1903 (1988 als Reprint im Verlag ars edition)

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Montag, 30. November

 

 

Als einer der ersten Kalender mit Türchen zum Öffnen gilt Dora Baums Entwurf "Christkindleins Haus", herausgegeben seit den 1920er Jahren vom Verlag Reichhold & Lang in München. Er begann am 06. Dezember und war auch als passendes Geschenk zum Nikolaustag gedacht. Diesen gab es auch schon bals als Variante zum Füllen.

 

Seither verkürzen Adventskalender in vielfältigster Ausführung (nicht nur für Kinder) die Wartezeit auf den Heiligen Abend.

 

Schon in den Anfangsjahren (und bis in die heutige Zeit) wurden die Adventskalender oft von Künstlern und Kinderbuch-Illustratoren entworfen.

 

Bild: Dora Baum, "Christkindleins Haus" als Füllkalender. Auch bei dieser Variante besteht die Hinterklebung aus dünnerem Papier mit Bildern. Bei geöffneten Türchen ergab sich so ein schöner Durchschein-Effekt, daher wurden Papierkalender gern vor ein Fenster gehängt. Am 06. Dezember erscheint der Nikolaus, am 24. das Christkind, hinter den anderen Türen verbergen sich Engel mit Spielzeug.

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Dienstag, 01. Dezember

Von 1933 bis 1936 brachte Gerhard Lang verschiedene Adventskalender mit Ziehfiguren heraus, die ebenfalls von Dora Baum entworfen wurden, dazu gehörte jeweils eine passende Tüte aus Packpapier. Auf der Tüte des abgebildeten Kalenders stand dazu: "...Noch sind die Engelein und das Christkind unsichtbar hinter den Bäumen verborgen. Damit Du Dir nun die lange Zeit vertreibst und die Tage abzählen kannst, die Du noch warten musst, so zieh täglich an einem Schieber auf der Rückseite, und zwar in der Reihenfolge der Nummern, bis am Weihnachtstage das Christkind selbst erscheint." Da die Figuren wieder hinter die Bäume zurückgeschoben werden konnten, war der Kalender viele Jahre wiederverwendbar.

 

Bild: Dora Baum, Das Christkind im Walde, Verlag Reichhold & Lang, München 1934 (als Reprint erschienen 1992 im Verlag ars edition)

 

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Mittwoch, 02. Dezember

Bald gaben auch andere einschlägige Firmen Adventskalender heraus (Lang hatte die Türchen-Kalender nicht patentieren lassen), wie der J.F. Schreiber-Verlag Esslingen oder der Verlag Meissner & Buch in Leipzig.

 

Religiös geprägte Kalender erscheinen beispielsweise bis heute im Kaufmann-Verlag Lahr (die ersten sind bereits vor 1914 nachgewiesen) und im Verlag Johannis Lahr (vormals St.-Johannis-Druckerei, erstes Adventshaus 1926). Diese Kalender beziehen sich mit Deckblatt und Unterklebung konsequent auf die Weihnachts- oder Bibelgeschichte.

 

Bild: Adventshäuschen Nr. 7019, Verlag der St.-Johannis-Druckerei Lahr-Dinglingen (Baden), 1927, (Bildausschnitt), Pappe und Transparentpapier, im Originalumschlag

 

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Donnerstag, 03. Dezember

Dieser Adventskalender wurde in Form eines Büchleins gestaltet, er erzählt die Geschichte von "Line und Stoffel".  Dazu gehört ein Rahmen mit zwei Ausschnitten. Vom 1. bis zum 24. Dezember wird jeden Tag eine Seite umgeschlagen und das Buch in den Rahmen zurückgesteckt. Links erscheint dann ein neues Bild und rechts der Text dazu.

 

Der Kalender ist nicht datiert, vermutlich erschien er in den 1920er/1930er Jahren. Im Bestand des Museums gibt es das Buch mit Druckschrift noch einmal, allerdings heißt es nun "Line und Peter" und wurde wahrscheinlich später noch einmal aufgelegt.

 

Bild: Susanne Engelmann, Adventskalender "Line und Stoffel" aufgeschlagen im Rahmen, Verlag Tebe

 

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Freitag, 04. Dezember

Adventsuhren gehören zu den ältesten gedruckten Adventskalendern, die erste erschien im Jahre 1902 in Hamburg. Meist sind die Türchen als Zifferblatt angeordnet, oft gibt es einen Uhrzeiger zum Weiterrücken. Gelegentlich haben sie eine Drehscheibe, wie das sehr seltene Exemplar des Stadtmuseums. Dieses zeigt ein besonders originelles Motiv: Mit einem Filmapparat schauen sich kleine Engel in den Wolken die beweglichen Bilder an, ebenso ändert sich täglich das Datum vom 1. bis zum 24. Dezember.

 

Auf der Rückseite gibt der "Kalendermann" Hinweise zur Benutzung:

 

"Dreh sacht daran mit kluger Hand / hier führt der Weg ins Weihnachtsland / Dreh täglich dran, doch recht gemach / ein Bildchen nur, schön nach und nach! / Nicht alle durcheinander drehn / der Neugier muss man widerstehn!

 

Bild: Charlotte Baron-Raabe, Drehscheiben-Adventskalender, um 1932

 

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Samstag, 05. Dezember

Beliebte Motive waren (und sind es neben vielen neu hinzugekommenen Themen bis heute) niedliche Engel-, Zwergen- und Kinderszenen, Märchen, winterliche Städte und Landschaften mit Christkind oder Weihnachtsmann als Gabenbringer.

 

Die Türchen dieses Kalenders waren zum Herausbrechen, er weist an manchen Stellen recht deutliche Gebrauchsspuren auf. Die ehemalige Eingangstür war für den Heiligabend  bestimmt: zu sehen ist nun eine Krippenszene unter dem geschmückten Weihnachtsbaum.

 

 

Bild: Marianne Mayer-Schneegans, "Heinzelmännchenküche", Rudolf Schneider Verlag, Reichenau/Sa., um 1930

 

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Sonntag, 06. Dezember, 2. Advent

Bild: Adventskalender "Schneewittchen und die sieben Zwerge" aus Prägepappe, vermutlich um 1940

Die Firma Friedrich Herold in Buchholz (seit 1946 Teil von Annaberg-Buchholz) im sächsischen Erzgebirge stellte seit den 1930er Jahren auch Adventskalender (neben zahlreichen anderen Artikeln) aus geprägter Pappe her.

Dieser Adventskalender ist leicht beglimmert. Glimmerauflagen sind bereits in den 1930er Jahren verwendet worden.

 

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Montag, 07. Dezember

In anderen Ländern (wie Österreich, Schweiz, Dänemark, Schweden, England, USA) fanden gedruckte Adventskalender ihre Verbreitung durch Geschenksendungen, deutsche Exporte und die Aufnahme eigener Produktionen, wobei auch landestypische Elemente in die Darstellungen einflossen.

 

Bild: Aina Stenberg-Masolle, Barnens Adventskalender, Schweden, 1954

Die Illustratorin Aina Stenberg-Masolle gestaltete von 1934 bis 1964 die beliebten Adventskalender für den 1910 gegründeten schwedischen Mädchen-Pfadfinderverband, danach wurden sie von anderen Künstlern geschaffen. Typische Elemente sind der Julbock und die Tomten, die rot gekleideten schwedischen Weihnachtswichtel.

 

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Demnächst: Weitere historische Adventskalender folgen!

Bild: Juliane Hackbeil, Adventskalender für Weimar, 2018, Bildausschnitt (gestaltet für die Ausstellung "Auf dem Weg zur Weihnacht" im Stadtmuseum Weimar im Dezember 2018). Der Kalender ist zur Ausstellung "Winterzeit - Geschichtenzeit. Märchenhaftes aus den Sammlungen des Stadtmuseums Weimar" ab November 2021 wieder im Bertuchhaus erhältlich.

 

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April und Mai 2020

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher,

 

während der Schließzeit unseres Museums möchten wir Ihnen und Ihren Kindern hier interessante Objekte aus unserer Sammlung sowie Gedichte und Rätsel aus historischen Kinder- und Schulbüchern vorstellen. Jeden Tag gibt  es etwas Neues, viel Vergnügen! 

 

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Montag, 06.04.2020

Schulheft von Anna Auguste Merker aus dem Jahre 1848, die Abbildung zeigt die Rückseite mit dem Spruch:

 

"Dein Lehrer sieht dich immer gern; Drum bleibe ohne Noth nicht fern".

 

Auf der Vorderseite des als "Schreibe-Buch" genutzten Heftes ist die am 3. September 1825 eingeweihte Bürgerschule zu sehen (heute Musikschule "Johann Nepomuk Hummel", gleich neben dem Stadtmuseum, entworfen von Clemens Wenzeslaus Coudray). Der erste städtische Volksschulbau Weimars bedeutete eine wesentliche Verbesserung der Schulverhältnisse für etwa 600 Kinder, die hier in räumlich getrennten Mädchen- und Jungenklassen Unterricht erhielten. Das Schulheft wurde unserem Museum im Jahre 1957 von einer Weimarer Bürgerin geschenkt.

 

Dienstag, 07.04.2020

Heute noch die Abbildung der Vorderseite unseres Schulheftes von 1848 und der Auszug eines  Gedichtes von James Krüss (1926-1997):

 

Der Sperling und die Schulhofkinder:

 

Ein Sperling, der von ungefähr

zu  einem Schulhof kam,

erstaunte über das, was er

auf diesem Hof vernahm.

 

Ein Mädchen sprach zu Meiers Franz:

"Du alter Esel du!"

Da sprach der Franz: "Du dumme Gans

bist eine blöde Kuh!"

 

Zum Peter sprach Beate nun:

"Du Affe, geh hier weg!"

Da rief der Peter: "Dummes Huhn,

ich weiche nicht vom Fleck!"

 

Der Sperling meint, er hört nicht recht.

Es tönte allenthalb:

"Du Schaf! Du Floh! Du Hecht!

Du Hund! Du Schwein! Du Kalb!"

 

Der kleine Sperling staunte sehr. 

Er sprach: "Es schien mir so,

als ob ich auf dem Schulhof wär;

doch bin ich wohl im Zoo!

 

 

Mittwoch, 08.04.2020

Das Foto zeigt unsere Kollegin Uta Junglas beim Einrichten des Spielzeugmagazins. Unser Museum hat etwa 100 000 historische Objekte der unterschiedlichsten Bereiche gesammelt. In der ständigen Ausstellung kann nur ein kleiner Teil der Originale ausgestellt werden. Die wichtigste Aufgabe des Museums ist aber das Sammeln undBewahren der wertvollen Sachzeugen unserer Geschichte. Viele der interessanten, schönen und lehrreichen Gegenstände zeigen wir Euch in Sonderausstellungen, die zeitlich begrenzt sind. Die nächste Ausstellung mit historischem Spielzeug wird im nächsten Jahr zu sehen sein. Einige der Spielsachen stellen wir Euch aber auch noch hier auf dieser Seite vor.

Donnerstag, 09.04.2020

Aus der Museumsbibliothek: Ein Rätsel aus dem "Großen illustrierten Spielbuch", erschienen um 1900:

Auf dem Bauernhof wohnt ein Prophet,

der, wie von ihm die Sage geht,

auf Wetterkunde sich versteht.

Er zeigt sich, wie ein Herr vom Stande,

in einem bunten Prachtgewande.

Trägt einen purpurroten Hut

und wandelt doch im Schnee und Sande

stets unbestiefelt, unbeschuht.

 

(Auflösung am Monatsende, Ihr könnt auch gern die Lösung per E-Mail senden an: barbara.engelmann@stadtweimar.de)

Karfreitag, 10.04.2020

Osterkalender, Ratsdruckerei Dresden, um 1946

Gedruckte Adventskalender gibt es seit Anfang des vorigen Jahrhunderts, um 1920 erstmals in der bis heute beliebten Form mit Türchen zum Öffnen, auch Schokoladenbeigaben waren schon in den 1920er Jahren möglich. Bis heute erfreuen sich Kalender zum Verkürzen der Wartezeit auf das Weihnachtsfest - nicht nur bei Kindern - allgemeiner Beliebtheit. Gefüllte Osterkalender gibt es gelegentlich ebenfalls zu kaufen, jedoch nicht in der großen Angebotsbreite wie in der Vorweihnachtszeit. 

Die für ihre Adventskalender der Anfangsjahre berühmte Firma Reichhold & Lang (München) führte schon in den 1930er Jahren einen Osterkalender zum Füllen in ihrem Katalog auf, auch Papier-Osterkalender aus Dresden sind bereits aus dieser Zeit überliefert, wie bei unserem Exemplar mit sieben Türchen zum Öffnen. Hier sind es sieben Ostereier zum Herunterklappen, dahinter einfache Bildchen mit Ostermotiven, wie Küken und Lämmchen. Die Klappen lassen sich leicht wieder verschließen, so dass der Kalender mehrere Jahre wiederverwendet werden konnte. Auch von Weihnachtskalendern der Nachkriegszeit wurde berichtet, dass sie mehrmals gemeinsam von den Geschwistern genutzt und später mitunter an andere Familien weitergegeben worden sind. 

Die Popularität der Adventskalender haben Osterkalender nicht erreichen können.

Samstag, 11.04.2020

 

"Was wollen wir kochen? Ein lustiges Gesellschaftsspiel"

Hersteller: Luxus-Papierfabrik Berlin, um 1910

 

Die Spielanleitung weist gleich zu Anfang darauf hin, dass "dieses neue, interessante und zugleich lehrreiche Spiel in erster Linie für Mädchen bestimmt" sein soll. Es können bis zu 15 Personen teilnehmen. Die Spielkarten beschreiben Gerichte vom Napfkuchen über Wiener Schnitzel bis zur Götterspeise.

Abgebildet ist hier die Spielkarte "Hasenbraten". Dazu gibt es eine gr0ße Anzahl kleinerer Karten mit den jeweils benötigten Zutaten, die die Spieler ähnlich wie beim "Schwarzen Peter" zusammenstellen müssen.

Die Gewinnerin wird als Köchin ausgezeichnet, die Letzte erhält eine Suppenkaspar-Karte, die übrigen ein Zertifikat als Kochschülerin. Spiel und Spielkasten sind liebevoll im Jugendstil gestaltet und sehr aufwendig ausgestattet.

Die Berliner Firma Heymann & Schmidt wurde 1904 gegründet und produzierte u.a. Kalender, Glückwunschkarten, Plakate und Reklameartikel.

Ostersonntag, 12.04.2020

 

Postkarte "Fröhliche Ostern"


Poststempel am 30.03.1904 in Frankfurt/Main, bereits am 31.03.1904 in  Niederzimmern nochmals gestempelt, Empfängerin: Fräulein Klara Holzhäuser

 

Aus der Museumsbibliothek: Ein Ostergedicht mit dem langen Titel "Wie das Häschen mit dem Näschen und weißen Röckchen und rotenSöckchen am Pfötchen im Nestchen sitzt und endlich davonläuft" (Auszug) aus dem Buch "Der Kinder Lust", Leipzig 1881:

 

Lasst uns schauen, was im Nest

liegt so kugelrund und fest:

Eier, blau und grün und scheckig.

Eier, rot und gelb und fleckig.

Nächste Ostern bringt die Mutter

wieder dir ein gutes Futter,

das du möchtest unsertwegen

wieder so viel Eier legen.

Ostermontag, 13.04.2020

Ausschneidebogen "Osterzeit"

Bilderbuch-Verlag Otto Moravec, Wien

undatiert, vermutlich 1960er Jahre

 

Der noch heute bestehende Bilderbuch-Verlag wurde 1951 in Wien gegründet. Bekannt ist er für seine Kinderbücher mit Ringbindung, die der Firmengründer Ottokar Moravec erfunden hatte.

In der Spielzeugsammlung des Stadtmuseums befinden sich sehr unterschiedliche Bilderbogen, die ältesten stammen schon aus dem 19. Jahrhundert. Dieses preiswerte Spielzeug konnten sich auch ärmere Kinder leisten, da die Herstellung in großen Stückzahlen möglich war. Berühmt sind zum Beispiel die Neuruppiner Bilderbogen. 

Dienstag, 14.04.2020

Aus der Museumsbibliothek: Abbildung "Eine Spielszene aus Associationsfußball" in: Buch der Spiele, Enzyklopädie sämtlicher bekannten Spiele und Unterhaltungsweisen für alle Kreise. Herausgegeben unter Mitwirkung erfahrener Fachmänner von Alban von Hahn. Leipzig 1894.

Im Kapitel "Sportspiele" ist zu lesen: Fußball, bis vor wenigen Jahren noch alleiniges Nationalspiel Englands, hat sich in neuerer Zeit vermöge seiner vielen körper- und geistkräftigen Eigenschaften im Flug die Liebe der deutschen Jugend erobert. Und in der That ist nichts so geeignet, die Spiellust der Knaben anzufeuern und zu erhalten, wie Fußball. Durch seine Lebendigkeit, durch die Entfaltung der verschiedenartigsten Körper-, Charakter- und Geisteseigenschaften, durch seine immer abwechselnde Szenerie, die jeden Spieler bis zum Schluss antreibt und begeistert, hat sich Fußball nicht zu Unrecht schon den Namen des Königs aller Bewegungsspiele erworben".

Nach Erläuterung der Regeln und der Spielplatzbedingungen wird ausdrücklich vermerkt: "Jedes Beinstellen, Schlagen, Stoßen, Benutzen der Hände und und Arme zum Halten oder Wegdrängen eines Gegners, überhaupt jedes Rohspielen ist verboten".

Zum Abschluss steht die Empfehlung: "Die Kleidung sei trotz etwaiger kalter Witterung so leicht als möglich, wollenes Tricot, weite Kniehosen und starksohlige Schnürstiefel genügen. Man spiele nicht bei über 15 Grad Wärme. Überhaupt hüte man sich nach dem Spielen vor rascher Abkühlung."

Mittwoch, 15.04.2020

Frage:

Wo befindet sich diese schöne Brücke in Weimar, und wie nennt man sie?

Das Bild hat Johannes (7) vor zwei Jahren gezeichnet, in der Kunsthalle "Harry Graf Kessler" am Goetheplatz. Hier werden zeitlich begrenzte Kunstausstellungen gezeigt, zu sehen war auch ein Ölgemälde der gesuchten Brücke. Die Kinder haben in einer Veranstaltung der Museumsnacht Zeichnungen nach den ausgestellten Kunstwerken angefertigt, dieses Bild hat uns besonders gefallen.

Die schöne Steinbrücke ist die älteste erhaltene Brücke Weimars. Sie entstand beim Wiederaufbau des Schlosses (ab 1651, das Schloss war im Jahre 1618 abgebrannt).

(Auflösung am Monatsende, Ihr könnt auch gern die Lösung per E-Mail senden an: barbara.engelmann@stadtweimar.de)

Donnerstag, 16.04.2020

 Aus der Museumsbibliothek: "Der Kinder Lust", Leipzig 1881

Stille Musik:

"Eines der Kinder ist Musikdirektor, die anderen sind die Musikanten. Was der Direktor vorspielt, müssen die anderen lautlos nachmachen und dürfen ja nicht dabei lachen. Es wird Violine, Flöte, Klarinette, Trompete, Baßgeige usw. gespielt und in Gebärden dargestellt, wie es dem Direktor gefällt. Dabei schneidet nun der Direktor Gesichter; und wer sich zum Lachen bringen lässt, muss ein Pfand geben und es später wieder einlösen."

Viel Spaß beim Nachspielen!

Freitag, 17.04.2020

Heute stellen wir Euch einen Märchen-Ausschneidebogen aus den 1950er  Jahren vor:

"Hänsel und Gretel", Herausgeber: Karl Putz, Geislingen

Diesen Bogen haben wir in unserer Veranstaltung "Herstellen von Papierspielzeug nach historischen Vorlagen" schon mit Kindern ausprobiert. Es entsteht ein hübsches, dreidimensionales Knusperhäuschen mit ganz traditionellen Aufstellfiguren nach dem Märchen der Brüder Grimm. Morgen zeigen wir Euch einen Bogen, der das Märchen ganz anders interpretiert.

Samstag, 18.04.2020

Ausschneidebogen "Die gute Kräuterhexe"

Verlag Junge Welt, Berlin, DDR, 1989, Druckerei Fortschritt Erfurt

Auf der Rückseite ist folgender Text abgedruckt:

Liebe Kinder! Es waren einmal zwei arme Kinder, die hießen Hänsel und Gretel. So beginnt dieses Märchen. Ihr kennt es alle. Zum Schluss wird die Hexe verbrannt. Findet Ihr nicht, dass das sehr grausam ist? Wisst Ihr auch, dass es vor drei- bis vierhundet Jahren manche alte Frau gab, die die Pflanzen in Wald und Feld gut kannte, Tees, heilkräftige Salben daraus herstellte und damit armen Leuten half, wenn sie keine teure Medizin bezahlen konnten? Neidische Menschen bezeichneten sie als Hexen und zeigten sie bei der Obrigkeit an.

Unsere Kräuterhexe ist solch eine heilkundige Frau. Sie hat Hänsel und Gretel, die sich im Wald verirrt haben, bei sich aufgenommen und lehrt sie, die Pflanzen zu erkennen. Sie erfahren, gegen welche Leiden Löwenzahn und Kamille helfen, welchen Krankheiten man durch Tees von Hagebutten, Holunder, Tränke von Ackerschachtelhalm oder Schafgarbe vorbeugen kann. Wer von Euch weiß das schon?

(Bitte bei: barbara.engelmann@stadtweimar.de melden, wenn Ihr einen Scan des Bogens zum Selbstausdrucken und Basteln haben möchtet.)

Sonntag, 19.04.2020

 

Heute wieder ein Rätsel, diesmal aus dem alten Kinderbuch von 1881, das vielleicht schon die Urgroßeltern Eurer Großeltern gelöst haben:

 

Federn hats und fliegt doch nicht.

Beine hats und läuft doch nicht;

in der Ecke steht es still,

Ruhe schaffen ist sein Will',

aber nicht die seine,

sondern nur die Deine.

Was ist's, das ich meine?

 

(Auflösung am Monatsende, wie immer könnt Ihr gern die Lösung senden an: barbara.engelmann@stadtweimar.de)

 

Montag, 20.04.2020

Anker-Steinbaukasten, "F. AD. Richter & Cie., Rudolstadt, Olden, Rotterdam", um 1905

Die Idee der Bausteine aus Quarzsand, Schlämmkreide und Leinöl stammt von den berühmten Brüdern Otto und Gustav Lilienthal, von denen sie der Unternehmer Friedrich Adolf Richter (1847-1910) erwarb. Später ergab sich ein langwieriger Patentstreit. 

Seit 1882 wurden die Baukästen in Richters Rudolstädter Fabrik hergestellt, ab 1895 mit der Bildmarke des Ankers gekennzeichnet. Die drei Farben der Steine entsprachen den Baumaterialien Ziegelstein, Sandstein und Schiefer. Künstler und Architekten entwickelten die Pläne und Bauvorlagen, es entstand ein komplexes System von Grund- und Ergänzungskästen. Die Anker-Steinbaukästen gewannen internationale Preise und fanden Kundschaft in aller Welt; es gab weitere Niederlassungen, beispielsweise in Wien.

In der DDR wurde das Unternehmen 1953 in den "VEB Anker-Steinbaukasten" überführt (VEB: Volkseigener Betrieb), 1963 endete die Produktion. Die Wiederaufnahme in Rudolstadt erfolgte 1995 durch die "Anker Steinbaukasten GmbH".

Anker- Steinbaukästen gelten als Klassiker hochwertigen Kinderspielzeugs. In der Spielzeugsammlung des Stadtmuseums befinden sich weitere Exemplare.

Dienstag, 21.04.2020

Vaterländisches Lesebuch, Verlag Hermann Böhlau Weimar, 9. Auflage, 1866

Das kleinformatige (17,5 x 12 cm), nur einen Zentimeter starke Büchlein wurde nach der ersten Abbildung auf Seite 1 auch "Fischbuch" genannt. Sein Herausgeber Hermann Francke war Lehrer am Sophienstift in Weimar. Das Lesebuch enthält einfach gehaltene Zeichnungen, Lese- und Schreibübungen, das Alphabet in der Druckschrift (Fraktur) und deutschen Schreibschrift des 19. Jahrhunderts, eine Veranschaulichung der Zahlen, Lieder sowie Denk- und Bibelsprüche.

Aus dem Lesetext "Die Schule": "Dawird nicht gespielt, nicht gebacken, nicht gebraut. Da sollt ihr lernen, was ihr noch nicht könnt: lesen, schreiben, rechnen. Höret ja recht aufmerksam zu, gafft nicht umher, plaudert nicht! Ein guter Schüler stört seine Mitschüler nicht, beschmutzt auch Pulte und Bänke niemals. Alle Tage müsst ihr etwas Gutes und Nützliches lernen, und jedes Mal verständiger und besser aus der Schule gehen, als ihr hinein gegangen seid."

In der Museumsbibliothek befinden sich weitere Ausgaben des "Franckeschen Lesebuchs", das jüngste hier vorhandene Exemplar ist als 41. Auflage aus dem Jahre 1916 gekennzeichnet.

 

Mittwoch, 22.04.2020

Heute ein Rätsel aus dem "Vaterländischen Lesebuch" von 1866:

 

Wenn der Frühling kehret wieder

kehr auch ich ins Land zurück

Singen dann die Vögel Lieder

sing auch ich ein Meisterstück.

 

Und ich muss dann immer wandern

ohne Nest und heimatlos.

Doch es zieh'n mir gern die Andern

meine eignen Kinder groß.

 

Könnt ich lesen nun und schreiben,

schrieb ich meinen Namen noch.

Aber nein, ich lass es bleiben:

Mein Gesang verrät mich doch!

 

Wie wird der gesuchte Vogel genannt? Auflösung erfolgt am Monatsende, gern könnt Ihr die Lösung per E-Mail senden an: barbara.engelmann@stadtweimar.de!

Donnerstag, 23.04.2020

Freitag, 24.04.2020

Samstag, 25.04.2020

"Mecki und Micki", Firma Steiff, 1950er Jahre

(Zustand: bespielt, die Originalkleidung wurde durch die grünen Stoffteile als spätere Zugaben ergänzt)

Die Mitte des vorigen Jahrhunderts sehr populären Igelfiguren gehen letztendlich auf das Märchen vom Wettlauf zwischen Hase und Igel zurück (1840 erstmals auf plattdeutsch von Wilhelm Schröder im "Hannoverschen Volksblatt" veröffentlicht, 1843 in die Märchensammlungen der Brüder Grimm und 1845 als Nacherzählung in Ludwig Bechsteins "Märchenbuch" aufgenommen); ebenso auf die 1938/39 entstandene Umsetzung des Märchens als Puppenfilm der Brüder Paul, Ferdinand und Hermann Diehl. Zu dem beliebten Film erschienen auch Postkarten.

Unter dem Namen "Mecki" wurde der Igel ab 1949 zum Maskottchen der 1946 gegründeten Zeitschrift "HÖRZU". Ein Urheberstreit mit Ferdinand Diehl endete in einem Vergleich, danach vergab dieser unterschiedliche Verwertungsrechte. Die "HÖRZU" konnte die Figur für Comics und Bilderbücher verwenden. Ferdinand Diehl realisierte ab 1951 Puppentrickfilme und gab weitere Postkarten heraus.

Die Lizenz zur Herstellung von "Mecki"-Puppen erhielt die weltbekannte Firma Steiff in Giengen an der Brenz, seit 1951 wurden sie produziert und bald durch die Igelfrau "Micki" und Kinderfiguren ergänzt.

 

Sonntag, 26.04.2020

"Der Wettlauf zwischen Hase und Igel" (Auszug)

aus dem "Märchenbuch" von Ludwig Bechstein 

Als sie nun unterwegs waren, sprach der Swinegel zu seiner Frau also: "Nun pass auf, was ich dir sagen werde. Sieh, auf dem langen Acker, dort wollen wir unseren Wettlauf machen. Der Hase läuft nämlich in der einen Furche und ich in der andern, und von oben fangen wir an zu laufen. Nun hast du weiter nichts zu tun, als du stellst dich hier unten in die Furche und wenn der Hase auf der anderen Seite ankommt, so rufst du ihm entgegen:...………...

Damit waren sie bei dem Acker angelangt, der Swinegel wies seiner Frau ihren Platz an und ging nun den Acker hinauf. Als er oben ankam, war der Hase schon da. "Kann es losgehen?" sagte der Hase. "Jawohl!" erwiderte der Swinegel. "Dann man zu!" Und damit stellte sich jeder in seine Furche. Der Hase zählte "Eins, zwei, drei!" und los ging er wie ein Sturmwind den Acker hinunter. Der Swinegel aber lief nur ungefähr drei Schritte, dann duckte er sich in der Furche nieder und blieb ruhig sitzen.

Als nun der Hase in vollem Laufe unten ankam, rief ihm dem Swinegel seine Frau entgegen:...…….

Der Hase stutzte und verwunderte sich nicht wenig. Er meinte nicht anders, es wäre der Swinegel selbst, der ihm das zurufe, denn bekanntlich sieht dem Swinegel seine Frau geradeso aus wie ihr Mann.

 

Der Wettlauf wird noch vierundsiebzigmal wiederholt, oben ruft der Igel und unten ruft die Frau...

Frage: Was rufen der Igel und seine Frau?

(Auflösung am Monatsende)

 

Montag, 27.04.2020

Heute wieder ein Spiel für drinnen, aus dem Buch "Der Kinder Lust" von 1881:

 

Der Obstmarkt:

Die Kinder setzen sich um einen Tisch. Eines, welches das Spiel leitet, fragt nun die andern nach der Reihe: "Welches Obst willst du auf dem Markte verkaufen?"

Da nennt das eine: "Kirschen", das andere "Äpfel" oder "Pflaumen". Jedes muss aufpassen, was sein Nachbar zu verkaufen hat.

Wenn alle gewählt haben, so fängt das erste an und sagt zum Beispiel: "Kirschen, Kirschen hab ich feil, mein Nachbar hat Äpfel feil." Darauf fährt das folgende Kind gleich fort: "Äpfel, Äpfel hab ich feil. Mein Nachbar hat Birnen feil."

So geht es die ganze Reihe herum. Wer nicht anfangen kann oder nicht mehr weiß, was der Nachbar feil hat (zu verkaufen hat), muß ein Pfand geben.

 

 

Dienstag, 28.04.2020

Puppenwagen, 1950er Jahre

(keine Firmenbezeichnung, Maße ohne Schiebegriff: Länge 64 cm, Breite 36 cm, Höhe 60 cm)

Der Puppenwagen ist eine Schenkung aus Weimarer Familienbesitz. Seine Grundfläche besteht aus Holz, das Flechtwerk aus Kunststoff; Gestell und Räder aus Metall, Plaste und Hartgummi. Eine Abfederung wird mittels Lederriemen erreicht. Innen ist das abnehmbare Verdeck mit geblümtem Baumwollstoff verkleidet, Matratze und Kissen sind noch die ursprüngliche Ausstattung. 

Der Puppenwagen ist das verkleinerte Abbild eines in dieser Zeit beliebten Kinderwagentyps. Die eigentliche Geschichte des Kinderwagens (für den Außengebrauch) beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts (eine der Voraussetzungen war wohl auch das Vorhandensein geeigneter Straßen und Bürgersteige). 1853 wurde in England ein "Perambulator" genannter Kinderwagen patentiert, der jedoch eher dem heutigen Kinder-Sportwagen entsprach. 

Bereits um 1850 finden sich Hinweise darauf, dass der Stellmacher Ernst Albert Naether in Zeitz Ziehwagen für Kinder herstellte. In der Folgezeit entwickelte sich Zeitz zum bedeutendsten Zentrum der Kinderwagenherstellung in Deutschland. 

Auf den Zeitzer Unternehmen basierte der bekannte VEB "Zekiwa" (Volkseigener Betrieb), in dem in der DDR-Zeit bis zu 450.000 Kinderwagen und 150.000 Puppenwagen jährlich produziert wurden. 

Vorgänger des Kinderwagens war der Stubenwagen, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in England aufkam und allmählich die Wiege ersetzte. An ihm orientierten sich zunächst die Puppenwagen, später entsprachen sie den Kinderwagenmodellen. Oft entstanden diese auch in den Kinderwagenfabriken.

Mittwoch, 29.04.2020

Vor zwei Wochen, am Mittwoch, dem 15.04.2020, haben wir Euch eine Kinderzeichnung vorgestellt, verbunden mit der Frage, wo in Weimar sich die dargestellte Brücke befindet und wie sie genannt wird. Habt Ihr es  herausbekommen? Heute zeigen wir Euch das Gemälde, das Johannes (7 Jahre alt) bei seiner Zeichnung vor Augen hatte.

Es wurde im Jahre 1892 vom Landschaftsmaler Friedrich Albert Schmidt (1846-1916) geschaffen. Er lebte 30 Jahre in Weimar und malte mit Vorliebe im Park an der Ilm. Es ist die Sternbrücke, früher wurde sie auch Schlossbrücke genannt.

Donnerstag, 30.04.2020

 Auflösung

der Rätsel und Fragen im April:

 

Do, 09.04.: Hahn

So, 19.04.: Bett

Mi, 22.04.: Kuckuck

So, 26.04.: "Ich bin schon da!"

 

Ein neues Rätsel, diesmal aus dem Buch:

"Anthologie für die Kinderstube", Stuttgart, um 1860

 

Sehet doch, wie schön bin ich

alle Leute rühmen mich.

Auf der Erde weit und breit

trägt kein Vogel so ein Kleid.

Alles bunt: hier gelb und braun

dort ist helles grün zu schau'n

und daneben weiß und blau -

Seht nur her, ich bin der...

 

(Auflösung am Internationalen Museumstag, Sonntag, 17.05.2020)

  

 

 

Freitag, 01.05.2020

Käthe-Kruse-Puppe, Typ IX, um 1955

Die bekannte Puppengestalterin Käthe Kruse (1883-1968) wirkte von 1912 bis 1949/50 im unweit Weimars gelegenen Bad Kösen, danach wurde die Produktion in Donauwörth weitergeführt. In Bad Kösen stellte noch bis Mitte der 1960er Jahre ein volkseigener Betrieb Puppen nach dem Vorbild Käthe Kruses her. Sie entwickelte verschiedene Puppentypen, die bis heute begehrt und bewundert blieben.

Die Puppe IX, bezeichnet auch als "kleines deutsches Kind", misst 35 cm und wurde in unterschiedlichen Ausführungen von 1929 bis in die Gegenwart produziert; in den 1950er Jahren sowohl in Bad Kösen als auch in Donauwörth mit Köpfen aus Kunststoff.

Unsere Puppe hat einen Drehkopf mit Echthaarperücke und trägt ein handgenähtes Kleid, ihr mit Ölfarbe gemaltes Gesicht zeigt braune Augen mit Lichtpunkten und einen runden Mund. Die Beine sind mittels Scheibengelenk beweglich, die Arme locker angenäht.

Das Besondere ist eine offensichtlich professionell ausgeführte, jedoch nicht ganz geglückte Reparatur der Arme, deren Farbe auch deutlich vom übrigen Stoffbezug des Körpers abweicht - was der bezaubernden Ausstrahlung des sonst sehr gut erhaltenen Puppenkindes nicht im geringsten schadet. Die Puppe weist keine Firmenkennzeichnung auf. Sie ist ein Geschenk der Puppensammlerin und Museumsfreundin Ruth Grigutsch aus Weimar.

Samstag, 02.05.2020

Aus der Museumsbibliothek:

Illustration und Text zum ersten Schultag, um 1850

 

"Herr Lehrer, hier bring ich den Knaben

der gern was Rechtes lernen will

der fleißig seyn und sitzen still

damit wir Freude an ihm haben."

 

aus: "Das Kind von der Wiege bis zur Schule", Radierung von Justus Schneider, Text von Wilhelm Hey, Verlag Friedrich und Andreas Perthes, Hamburg und Gotha

Sonntag, 03.05.2020

Heute ein nicht ganz so braver Schüler:

 

Wilhelm Busch (1832-1908)

 

Als ich ein kleiner Bube war

 

Als ich ein kleiner Bube war

war ich ein kleiner Lump;

Zigarren raucht' ich heimlich schon

Trank auch schon Bier auf Pump.

 

Zur Hose hing das Hemd heraus,

die Stiefel lief ich krumm

und statt zur Schule hinzugeh'n

strich ich im Wald herum.

 

Wie hab ich's doch seit jener Zeit

so herrlich weit gebracht! - 

Die Zeit hat aus dem kleinen Lump

n' großen Lump gemacht! 

Montag, 04.05.2020

Michaux-Fahrrad, um 1868

Nach der Erfindung des Laufrades von Drais im Jahre 1817 sollten noch fast 50 Jahre vergehen, bis es die Franzosen Pierre Michaux und Pierre Lallement, wohl unabhängig voneinander, um eine wichtige Neuerung bereicherten. 

Sie brachten am Vorderrad eine Tretkurbel an, so dass der "Pedaleur" beide Füße vom Boden abheben und sich fahrend vorwärtsbewegen konnte. Ein Traum der Menschheit war damit wahr geworden.

Nachdem Michaux 1861 noch 2 Fahrräder hergestellt hatte, waren es im Jahre 1865 bereits 400. Auch in Deutschland erwachte schnell das Interesse an der Neuigkeit aus Frankreich, die 1867 auf der Weltausstellung in Paris vorgestellt worden war.

So wurden zwischen 1868 und 1870 an verschiedenen Orten in Deutschland die neuen "Michaulinen" hergestellt, das Fahrrad des Stadtmuseums beispielsweise in Dresden. (Text: Andreas Hoffmann, Praktikant)

Dienstag, 05.05.2020

Wieder ein Spiel für drinnen, aus dem Buch

"Der Kinder Lust", Leipzig 1881

 

Alle Vögel fliegen

Die Kinder sitzen um den Tisch und haben den Zeigefinger beider Hände auf den Tisch gelegt, während die übrigen Finger sich geschlossen unter demselben befinden.

Eines der Kinder ist der Leiter des Spiels. Dieser ruft: "Alles, was Federn hat, fliegt in die Höh'?" Dabei hebt er mit ausgestrecktem Zeigefinger beide Hände und Arme in die Höhe. Ebenso machen es alle anderen Kinder.

Darauf ruft der Leiter des Spiels wieder: "Tauben fliegen!" - "Adler fliegen!" usw. und hebt dabei immer dieArme in die Höhe. Ebenso die anderen Kinder, wenn ein Vogel gerufen wird.

Nun muss aber der Leiter des Spiels die anderen irre zu führen suchen und dazwischen auch einmal rufen: "Ochsen fliegen!" - oder: "Hunde fliegen!". In diesem Falle darf wohl der Leiter des Spiels die Arme heben; wenn es ihm aber eines der anderen Kinder nachmacht, muss es ein Pfand geben.

Mittwoch, 06.05.2020

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

 Zinnfiguren

Die Zinnfiguren sind

Verbindung zwischen Kunst und Kind.

Sie schildern alle Zeiten.

Da schreiten, steh'n und reiten

klein-märchenbunt aus jedem Land:

Indianer, Ritter, Sachsen,

und was der Schöpfer sonst erfand.

Auch Bäume, schön gewachsen,

auch Häuser, Schiffe, Eisenbahn

Flugzeuge, Autos, Pelikan.

Wie jedes andere Getier;

Kurz: Allerlei und Jederlei

ist hier -

studiert nach Farbe, Form und Sinn -

schön ausgeprägt in Zinn.

Mitunter ist das Zinn aus Blei.

Sinnvoll, mit Liebe aufgestellt,

zeigt das im Kleinen große Welt.

Wenn das uns Alten noch gefällt,

will das für mich bedeuten:

Die Zinnfiguren sind

Verbindung zwischen Kunst und Kind

und uns, den alten Leuten.

Donnerstag, 07.05.2020

"Die Fabrikation blieb immer dieselbe: Die Negativform für beide Seiten wurde aus Schiefer geschnitten und graviert, genau aufeinander gepasst und dann die Höhlung mit dem flüssigen Zinn ausgegossen." (Karl Gröber, Kinderspielzeug aus alter Zeit, Berlin 1927, Museumsbibliothek)

 

Zinnfiguren sind bereits seit dem Mittelalter in Europa bekannt. Allerdings wurden sie zunächst ab dem 12. Jahrhundert als religiöse Symbole und Abzeichen verwendet. Im 18. Jahrhundert gab es flache Zinnfiguren bereits als Kinderspielzeug, vorrangig in Adelshäusern.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich aus kleinen Zinnfigurenoffizinen in Deutschland regelrechte Manufakturen, nach 1850 sogar einige Zinnfigurenfabriken, die flache Zinnfiguren in großen Mengen herstellen und damit auch dem Bürgertum weltweit als Spielzeug verkaufen konnten.

Vorrangig wurden zeitgenössische zivile und militärische, aber auch exotische Darstellungen angeboten. Mit der Kaiserzeit verlagerte sich der Schwerpunkt zum Zinnsoldaten. Fast in jeder bürgerlichen Familie waren vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum II. Weltkrieg Zinnfiguren als Spielzeug in den Kinderzimmern zu finden. (Text: Marbod Gerstenhauer, Verein der Zinnfigurenfreunde Weimar e.V.)

Freitag, 08.05.2020

Heute wieder ein Rätsel,

aus: "Der Kinder Lust", Leipzig 1881

 

Ich hüpf' hervor aus flinker Hand

von einer Wand zur andern Wand

und spring' bis an die Decke!

Doch hüpf' und spring' ich noch so toll

gleich lieg' ich wieder, wenn ich soll,

ganz ruhig in der Ecke.

 

(Auflösung am Internationalen Museumstag, Sonntag, 17.05.2020. Gern könnt Ihr wieder die Lösung senden an: barbara.engelmann@stadtweimar.de)

Samstag, 09.05.2020

Gern gesehene Gäste im Stadtmuseum:

die Puppenspieler der Thüringer Puppenspiel AG in den Herbstferien. Auf dem Foto ist eine Szene aus einem bekannten Märchen der Brüder Grimm zu sehen, gespielt vom Traditionellen Marionettentheater Dombrowsky.

Fragen: Welches Märchen ist es?

Was wünscht sich der Frosch von der Prinzessin?

Erfüllt sie diesen Wunsch?

(Auflösung am Internationalen Museumstag, Sonntag, 17.05.2020. Gern könnt ihr auch die Lösungen senden an: barbara.engelmann@stadtweimar.de)

Sonntag, 10.05.2020

Heute gleich noch ein Märchen, diesmal aus unserer Sammlung ein Papier-Ausschneidebogen der Wiener Firma Ottokar Moravec aus den 1970er Jahren.

Im Jahre 1819 wurde das Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" erstmals in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm veröffentlicht. Ihr erinnert Euch: Die Tiere treffen sich zufällig, eines schlägt vor, nach Bremen zu ziehen, um dort Stadtmusikanten zu werden. Auf ihrem Weg dorthin entdecken sie im Wald ein Haus:

Fragen: Wer wohnt dort und wird von der "Musik" vertrieben?

Welche Tiere gehören zu den "Bremer Stadtmusikanten"?

(Schaut Euch den Bogen gut an.)

Montag, 11.05.2020

Wieder ein Spiel für drinnen, aus dem Buch "Der Kinder Lust", Leipzig 1881:

Handwerkerspiel:

Die Kinder sitzen im Kreis auf Stühlen, und jedes ahmt ein Handwerk in Zeichen nach, ohne dabei zu sprechenoder zu lachen. Wohl aber darf man dabei das Geräusch der Beschäftigung nachmachen.

Eines näht zum Beispiel wie der Schneider, ein anderes zieht den Pechdraht wie der Schuster. In gleicher Weise wird das Schmieden, das Sägen, Weben, Hobeln usw. nachgemacht. Wer dabei lacht, gibt ein Pfand.

 

Pfänder auslösen:

Wenn nach dem Spiele die Pfänder ausgelöst werden, so nimmt das Kind, welches das Spiel geleitet hat, ein Pfand in die Hand, ohne dass die anderen Kinder gesehen haben, was es ist und wem es gehört und fragt dann eines derselben:

Was soll der thun, dem dieses Pfand gehört?

Da kann man nun zum Beispiel folgende Aufgaben geben:

- Ein böses oder freundliches Gesicht machen.

- Wie ein Hund bellen oder wie eine Katze miauen.

- Auf einem Bein stehen, bis man zwanzig gezählt hat.

- Ein Gedicht sagen oder ein Lied singen.

- Ein Rätsel aufgeben.

- Dreimal rasch hintereinander sagen: "Schnalle schnell die Schnallen an" oder "Esel essen Nessel nicht, Nesseln essen Esel nicht".

Viel Vergnügen beim Nachspielen!

 

Dienstag, 12.05.2020

Mittwoch, 13.05.2020

Donnerstag, 14.05.2020

Aus der Museumsbibliothek: "Stuttgarter Bilderbuch zum Anschauungsunterricht für kleine Kinder", K. Thienemanns Verlag, Stuttgart 1865

Dieses Bilderbuch stammt aus dem gleichen Verlag wie das Buch "Lustige Bilder Räthsel für Kinder". Es sollte "dauerndes Vergnügen und wirklichen Nutzen gewähren", wie es im Vorwort heißt. Es werden zum Beispiel Tiere, Spiele und Handwerke vorgestellt sowie viele Situationen des damaligen Lebens erläutert. Unser Bild zeigt die Fortbewegungsmittel der Zeit vor über 150 Jahren.

Im dazugehörigen Text ist zu lesen: "Heute soll davon die Rede sein, wie man es angreifen muß, von dem Orte, an dem man sich befindet, an einen andern, oder von einer Stadt zu einer andern zu kommen."

Frage: Welche Fortbewegungsmittel im Jahre 1865 sind auf dem Bild dargestellt?

(Auflösung am 17.05.2020, gern könnt Ihr auch die Lösungen senden an: barbara.engelmann@stadtweimar.de)

 

Freitag,15.05.2020

Heute wieder Märchenfragen:

 

Das gesuchte Märchen von Wilhelm Hauff erschien im "Märchen-Almanach auf das Jahr 1827 für  Söhne und Töchter gebildeter Stände".

Auf dem Foto ist es als Puppenspiel des Ateliertheaters Erfurt zur Museumsnacht bei uns im Museum zu sehen. Ihr seht die Hauptperson, nach der das Märchen auch benannt ist. Durch ein bestimmtes Kraut, das die Gans Mimi für ihn sucht, erhält Jakob seine ursprüngliche Gestalt zurück....

 

 

Welches Märchen suchen wir?

Wie heißt das Kraut?

Erhält auch die verzauberte Gans ihre eigentliche Gestalt zurück?

 

 

(Auflösung übermorgen)

Samstag, 16.05.2020

In unserer Dauerausstellung erwartet Euch ein Märchen-Suchspiel (klickt doch auch einmal auf die Seite "Kindertheater und Märchenspiel"): Hier könnt Ihr testen, welche Märchen Ihr erkennt. Das Foto zeigt einen Adventskalender aus unserer Sammlung. Es ist einer der frühesten Füllkalender, die in der DDR hergestellt wurden, um 1960 von der Firma Nestler in Wiesa (Erzgebirge). 

Nennt die dargestellten Märchen und Geschichten!

(Auflösung morgen)

Sonntag, 17.05.2020 (Internationaler Museumstag)

Lösungen der Fragen und Rätsel:

Donnerstag, 30.04.: Pfau

Freitag, 08.05.: Ball

Samstag, 09.05.: "Der Froschkönig"; einen Kuss für die goldene Kugel; nein: der Frosch muss ihr ins Schloss hinterherhüpfen

Sonntag, 10.05.: Räuber;Esel, Hund, Katze, Hahn

Dienstag, 12.05.: "Viele Köche versalzen den Brei"; "Morgenstund hat Gold im Mund"

Mittwoch, 13.05.: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr"; "Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht"; "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm"; "Das Huhn will oft klüger sein, als die Henne"

Donnerstag, 14.05.: zu Fuß: Kinder-Ziehwagen und Lastenkarren, zu Pferd; Postkutsche, Segelschiff, Dampfschiff, Ballon und Eisenbahn

Freitag, 15.05.2020: "Zwerg Nase", "Niesmitlust", die Gans wird wieder eine Frau

Samstag, 16.05.2020: der Däumling (mit Siebenmeilenstiefeln), Baron Münchhausen, Hänsel und Gretel, Schneewittchen, Hans im Glück, Rotkäppchen, Frau Holle, Hase und Igel, der gestiefelte Kater 

 

Ein neues Rätsel:

 

Es kann sich drehen, aber nicht laufen.

Es steht gewöhnlich auf grünem Hügel.

Es ist kein Vogel und hat doch Flügel.

Auf welchen Namen willst du es taufen?

 

(Aus: Anthologie für die Kinderstube, Stuttgart, um 1860)

Auflösung am Monatsende, gern könnt Ihr auch die Lösung senden an: barbara.engelmann@stadtweimar.de

 

Montag, 18.05.2020

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

 

Seid ihr alle da?

 

Seid ihr alle da?

Ja??

Dann schreit einmal Hurra.

Denn, geliebte Kinder

Ich bin der Kasperle und wieder da.

Bin vergnügt, seid ihr es auch.

Lacht ein Loch euch in den Bauch.

Aber gebt dabei recht acht

Dass ihr nicht danebenlacht.

 

Wer hier stört und wer nicht gut

Aufpasst, kriegt eins auf den Hut.

 

(Foto: Falk Pieter Ulke in der Puppentheaterausstellung 2012)

Dienstag, 19.05.2020

Heute ein Spiel für drinnen und draußen:

Katze und Maus

Die Kinder bilden einen Kreis; ein Kind, das Mäuschen, befindet sich innerhalb; ein anderes, die Katze, außerhalb desselben. Die Kinder singen:

"Mäuschen, lass dich nicht erwischen,

spring auf Bänken und auf Tischen,

husch, Mäuschen, husch!"

Während dessen sucht die Katze unter den Armen der Kinder in den Kreis einzudringen und das Mäuschen zu erhaschen. Die Kinder aber halten die Hände nieder und lassen die Katze nicht ein. Gelingt es dennoch, so wird das Mäuschen schnell aus dem Kreise gelassen, der Katze aber der Ausgang gehindert. Dies geht so lange fort, bis das Mäuschen gefangen wird.

(Aus: "Der Kinder Lust", Leipzig 1881)

Viel Spaß beim Nachspielen!

Mittwoch, 20.05.2020

Eine Abbildung aus dem "Stuttgarter Bilderbuch für kleine Kinder", 1865 (Museumsbibliothek)

Dieses alte Kinderspiel kennt Ihr sicher auch noch, oder?

Wie nennt man es und wie wird es gespielt?

(Erklärung in einer Woche)

 

Donnerstag, 21.05.2020

Heute sind wieder alte Sprichwörter zu erraten! Eine Hilfe ist vielleicht das ABC im Schulbuch aus dem 19. Jahrhundert, schaut weiter oben, am Donnerstag, dem 23.04.2020, nach.

(Abbildung aus: "Lustige Bilder-Räthsel", Stuttgart, um 1870, Museumsbibliothek)

Freitag, 22.05.2020

Rätsel:

Ich sah ein Büblein kerngesund

mit frischen, roten Wangen

und einem Köpfchen kugelrund

hoch, hoch im Winde hangen.

 

Kopf unter - denkt euch! - hing es da

und schien vergnügt und munter

und als ich es so baumeln sah

da fiel es -  patsch!  - herunter.

 

Es fiel mir auf die Nase gar

das schien mir sehr vermessen

drum hab ich gleich mit Haut und Haar

das Bürschlein aufgegessen.

 

(Aus: "Der Kinder Lust", Leipzig 1881, Museumsbibliothek)

Auflösung am Monatsende!

Samstag, 23.05.2020

Aus der Museumsbibliothek: Lese-Buch für taubstumme Kinder, Stuttgart, 1834

Oben ist eine Doppelseite des Lesebuchs abgebildet, dort werden die Arbeiten in der Küche erläutert, die untere Abbildung zeigt ein Mittagessen: Im Text wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass unartige Kinder zu sehen sind! Immer wieder werden die Schüler beim Lesen der Texte ihrer Schulbücher ermahnt, brav und ordentlich zu sein... Ihr könnt auch noch einmal am 21.04. und am 02.05. nachsehen und mit unserem Weimarer Lesebuch von 1850 vergleichen! Die kleine nebenstehende Zeichnung haben wir beim Durchblättern des Lesebuchs entdeckt: da war sein Besitzer vor fast 200 Jahren wohl doch nicht so aufmerksam im Unterricht und der Lehrer hat es auch nicht bemerkt...Seinen Namen hat er aber fein säuberlich mit Feder und Tinte hineingeschrieben: Emil Nagler.

Sonntag, 24.05.2020

Aus unserer Spielzeugsammlung:

Puppe in Originalkleidung, Biskuitporzellan, Leder, um 1885

 

Theodor Fontane (1819-1898)

 

Zum Namenstag meiner Enkelin

 

Der Bäcker bringt dir Kuchenbrot

Der Schneider einen Mantel rot

Der Kaufmann schickt dir, weiß und nett

Ein Puppenkleid, ein Puppenbett

Und schickt auch eine Schachtel rund

Mit Schäfer und mit Schäferhund

Mit Hürd' und Bäumchen paarweis je

Und mit sechs Schafen, weiß wie Schnee

Und eine Lerche, tirili

Seit Sonnenaufgang hör' ich sie

Die singt und schmettert, was sie mag

Zu meines Lieblings Namenstag.

Montag, 25.05.2020

Dienstag, 26.05.2020

 

Vor drei Jahren war bei uns im Bertuchhaus die sehr gut besuchte Sonderausstellung "Mobile Kinderwelten - Was Kinder schon immer bewegt hat" des Deutschen Fahrrad-Museums Bad Brückenau zu sehen. Dargestellt war die Geschichte des Fahrrads, das Besondere war aber, dass das sehr interessant und unterhaltsam anhand von Kinderfahrrädern geschehen ist. Die Kinder durften sehr viele Fahrzeuge ausprobieren (auf Nachbauten der Originale), besonders begehrt war dabei ein Hochrad.

Das nebenstehende Foto entstand im Atelier des Fotografen, der Junge fährt nicht wirklich, er würde gar nicht richtig an die Pedale am Vorderrad herankommen und wurde für das Foto extra herausgeputzt (damals musste man ziemlich lange stillhalten, damit die Aufnahme etwas wurde...).

Auf der Rückseite steht handschriftlich: Waldemar Fabel, 1875. Aufgenommen wurde das Foto im Atelier Flottwell, Magdeburg.

Vergleicht doch einmal dieses Kinderrad mit unserer "Michauline" von 1868, die wir Euch am 04. Mai vorgestellt haben!

Mittwoch, 27.05.2020

Vor einer Woche haben wir gefragt, wie man dieses alte Kinderspiel nennt, Ihr spielt es sicher heute auch noch!

Im "Stuttgarter Bilderbuch" von 1865 wird es so beschrieben:

Es wird zuerst ausgezählt, wer die "BLINDE KUH" sein muss. Die Kinder stellen sich in einen Kreis und eines zählt aus: 

Ene bene, dunke funke,

Rabe schnabe, Dippe dappe

Ulle belle ros

Ib ab auf, du bist draus!

Lina ist ausgezählt worden und es wird ihr ein Tuch um die Augen gebunden. Sie steht in der Mitte und die Gespielen hüpfen um sie herum. Lina spitzt die Ohren, um zu erfahren, wo eines derselben sei. Bisweilen hört sie etwas, greift zu und ergreift - nichts! Sie wird gezupft und kann den Schelm doch nicht erwischen. Jetzt wird sie ungeduldig. Mit hochaufgehobenen Beinen und vorgestreckten Armen schreitet sie einher.

Ein Knabe drückt sich an die Mauer. Er denkt: sie sieht mich ja nicht. Doch bückt er sich. Aber die "Blinde Kuh" berührt ihn mit dem Fuße, fährt zu und ergreift ihn. Er muss nun 3mal Laut geben und verstellt die Stimme möglichst dabei. Weil er aber das Lachen nicht halten kann, erkennt sie ihn und ruft: "Heinrich ist's!" Nun werden ihm die Augen verbunden und er muss "Blinde Kuh" sein.

Viel Spaß beim Nachspielen, vielleicht spielt ihr es auch einmal so wie vor 155 Jahren? Aber bitte beachten: Manche Kinder mögen es nicht, wenn man ihnen die Augen verbindet!

Donnerstag, 28.05.2020

Heute wieder ein Rätsel:

 

Wie heißt das Ding dort an der Wand?

Es schlägt und hat doch keine Hand,

es hängt und geht doch fort und fort

es geht und kommt doch nicht vom Ort.

 

(Aus: "Der Kinder Lust", Leipzig 1881, Museumsbibliothek)

 

 

Freitag, 29.05.2020

Das Stadtmuseum hat eine sehr umfangreiche Sammlung historischer Kleidung. Auf dem Foto seht Ihr 3 Damenkleider, wie sie zu Anfang des vorigen Jahrhunderts Mode waren. Um 1910 konnten die Hüte dazu nicht groß genug sein (in der Mitte des Bildes), aufgeputzt wurden sie noch zusätzlich mit Federn, Schleifen und künstlichen Blumen. Sie waren meist breiter, als die Schultern der Damen.

 

Was meint Ihr, wie wurde diese Hutform genannt?

a) Glockenhut

b) Wagenrad-Hut

c) Topfhut

 

(Auflösung morgen)

Samstag, 30.05.2020

Lösungen:

21.05.: Jedem Narren gefällt seine Narrenkappe. / Einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul./ Wie man sich bettet, so liegt man./ Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch.

22.05.: Apfel

25.05.: Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. / Jeder Mann ist seines Glückes Schmied./ Wer den Pfennig nicht ehrt, ist den Taler nicht wert.

28.05.: Uhr

29.05.: Wagenrad-Hut

 

Gleich noch ein neues Rätsel:

Zwei Löcher hab ich

zwei Finger brauch ich

So mach ich Langes und Großes klein

und trenne, was nicht beisammen soll sein.

 

 

 

 

Sonntag, 31.05.2020

Der Esel

Ein junger Esel, stramm und feist

Der wollt' durchaus studieren.

Da sprach der alte Herr Papa:

"I - A, wir woll'n es mal probieren.

 

Ich bring ihn morgen zu Herrn Renz,

Der weiß es beizubringen;

Was ihm gelang bei manchem Pferd,

Wird ihm auch hier gelingen."

 

Der junge Esel übte sich

Im Springen und ander'n Sachen

Doch wenn er in den Zirkus kam

Fing alles an zu lachen.

 

Hei! Das verdross den Esel sehr,

Er lief sofort nach Hause.

Die erste Distel, die er sah,

Biss er sich ab zum Schmause.

 

Ho! riefen All', "Das Langohr da

In seinem grauen Kleide,

Es hat studiert und findet doch

An Disteln seine Freude!

 

(Aus: "Das größte und schönste Bilderbuch für das erste Jugendalter", um 1860, Museumsbibliothek)