Bild des Stadtmuseeums

100 Jahre Liebhaberbibliothek des Verlages Gustav Kiepenheuer

expressionistische Einbandillustration von Max Schwarzer (1882-1955)

Kabinettausstellung in Zusammenarbeit von Stadtmuseum Weimar im Bertuchhaus und dem Druckgrafischen Museum Pavillon-Presse Weimar

 

Eröffnung: Freitag, 23.03.2012 um 17:00 Uhr

Zeitraum: Samstag, 24.03.2012 bis Sonntag, 03.06.2012

Kuratoren: Dr. Alf Rößner und Matthias Merker

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

 

Der 1910 in Weimar gegründete Gustav Kiepenheuer Verlag gab ab 1912 als Krönung seiner Tätigkeit "Die Liebhaberbibliothek" heraus. Das 100-jährige Jubiläum 2012 ist Anlass genug, sich in einer Ausstellung diesen bibliophilen Kostbarkeiten zu widmen. Die Reihe wurde zu einem deutschlandweiten Erfolg und buchkünstlerischen Höhepunkt. Zur Weimarer Zeit der Liebhaberbibliothek (1912 bis 1918) erscheint ein reich bebilderter Katalog "100 Jahre Liebhaberbibliothek des Verlages Gustav Kiepenheuer Weimar" von Alf Rößner in 100 nummerierten Exemplaren. Ausstellung und Katalog richten sich an heutige Bücher-Liebhaber und möchten einen Beitrag zur Würdigung der Verlegerleistung Gustav Kiepenheuers leisten sowie zu weiterführenden literatur- und kunstgeschichtlichen Forschungen anregen. Auch nach 100 Jahren haben die durch Inhalt und Form schönen Bändchen der Liebhaberbibliothek aus einem berühmten Weimarer Verlag nichts von ihrem Reiz verloren. Es lohnt sich, sie wieder zur Hand zu nehmen, sie zu sammeln und zu bewahren, zu betrachten und zu lesen.

Auf den guten Erfahrungen aufbauend, hat der Verlag bis zu seiner Einstellung 2010 vier Mal mit einer Gustav Kiepenheuer Bücherei versucht, das Erfolgsrezept wieder zu beleben. Das Druckgrafische Museum Pavillon-Presse Weimar hat in mehrjähriger Arbeit 2010 mit Kooperationspartnern Ausstellungen zum Gustav Kiepenheuer Verlag in Weimar und Leipzig erarbeitet und konnte 2011 eine Publikation "100 Jahre Kiepenheuer-Verlage" im Christoph Links Verlag befördern.

Die Ausstellung im Stadtmuseum Weimar vom 24. März bis 03. Juni 2012 dokumentiert nun umfassend 100 Jahre Liebhaberbibliothek.

Ab 1936 verlegte Gustav Kiepenheuer trotz eingeschränkter Umstände zehn Titel einer Kiepenheuer Bücherei. Noa Kiepenheuer gab ab 1956 in Weimar 50 Titel heraus, die hoch beachtet humanistisches Gedankengut ("kleine Weltliteratur") reflektierten. Mit der Veräußerung des Verlages nach dem Tod von Noa Kiepenheuer begann die erfolgreichste Serie der Gustav Kiepenheuer Bücherei bis 1990 in Leipzig und Weimar. Auf insgesamt 100 Titel wurde das auch für den Export bestimmte Programm mit spektakulären Nachauflagen der vorliegenden Jahrzehnte gestaltet. In einer "Aufholjagd" nach der Wende folgten in einer weiteren Gustav Kiepenheuer Bücherei 20 Titel nahezu unveröffentlichter Raritäten.

Bisher liegt keine Dokumentation der Titel in ihrer immer wieder schwierigen Produktionsgeschichte vor, da keine Bibliothek die Bände komplett besitzt. Wesentliche Kennzeichen der Buchproduktion der 100 Jahre werden in Programmpolitik, Inhalt, Ausstattung und Gestaltung sichtbar. Das Wirken von Gustav Kiepenheuer, Herausgebern, Gestaltern und Druckereien erbrachte typische Produkte in verschiedenen gesellschaftlichen Epochen.