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Christiane von Goethe. Zum 200. Todestag

Christiane von Goethe. Zum 200. Todestag

Eine Kabinettausstellung des Freundeskreises Goethe-Nationalmuseum Weimar

Eröffnung: Freitag, 20.05.2016, 17.00 Uhr

Dauer: Samstag, 21.05.2016 bis Sonntag, 03.07.2016

Der 200. Todestag Christiane von Goethes am 6. Juni 2016 bietet den Anlass für die Kabinettausstellung, die den Versuch unternimmt, die 29 Jahre dauernde Liebesbeziehung zwischen Johann Wolfgang und Christiane von Goethe darzustellen. Zur Ausstellungseröffnung sprechen Dr. Alf Rößner, Direktor des Stadtmuseums, und Dieter Höhnl, Vorstandsvorsitzender des Freundeskreises Goethe-Nationalmuseum e.V. Als Festredner konnte Prof. Dr. Roland Schiffter, Arzt, Professor der Neurologie und Autor, Berlin, gewonnen werden. Das Thema seines Vortrages lautet: „Lebenslust, Krankheit und Tod der Christiane von Goethe“.

Am 12. Juli 1788 tritt die 23-jährige Christiane unbefangen mit einer Bittschrift ihres Bruders Goethe entgegen. Heute, fast 200 Jahre nach ihrem Tod, polarisieren die freie Liebe, der Lebensbund, die Ehe zwischen Christiane und Johann Wolfgang von Goethe immer noch. Für die einen ein Anstoß, ein Ärgernis, eine Verfehlung, für die anderen die Erfüllung des Lebensglücks des Dichters.

„Die Frau ist sehr beneidet worden“, äußerte Luise von Knebel 1820, „und deshalb viel angefeindet und verleumdet“. Der Briefwechsel zwischen beiden steht im Fokus der Ausstellung und ist ein beredtes Zeugnis für ihr Leben, für ihre eigene Sprache: „Schlampamps, Äugelchen, hasig, Gramseln, Pfuiteufelchen und Krabskrälligkeit“, aber auch für die Bewältigung der umfangreichen Wirtschaft: „Sie ist eine vortreffliche Wirtschaftlerin; meine Häuslichkeit, die sie ganz alleine leitet, ist ihr Königreich“. Aus Karlsbad schrieb der Dichter und Theaterdirektor: „Denn ohne Dich, weißt Du wohl, könnte und möchte ich das Theaterwesen nicht weiter führen“. Ihr Tod am 6. Juni 1816 war für Goethe ein Schock: „Leugnen will ich Ihnen nicht, warum sollte man großtun, daß mein Zustand an die Verzweiflung gränzt“.