Bild des Stadtmuseeums

Mädchenpensionate - Töchterheime - Frauenschulen. Wege weiblicher Bildung in Weimar 1850 bis 1950

Ort: Karl-Liebknecht-Str. 7  (Bertuchhaus)

Kurator: Dr. Jens Riederer

(Leiter Stadtarchiv Weimar)

Tel.: 03643/ 85 77 11, stadtarchiv@stadtweimar.de

Laufzeit: 23.10. 2010 bis 16.01.2011

Eröffnung: Freitag, den 22.10.2010

um 17.00 Uhr

 

In der Geschichte der bürgerlichen Frauenbildungsbewegung kommt Weimar eine eigene, heute nahezu vergessene Rolle zu. Im Kaiserreich bestanden hier durchgehend zwischen 20 und 30 Mädchenpensionate für Töchter aus gutem Hause, die in der "Klassikerstadt" ihre musische Bildung und gesellschaftliche Erziehung vervollkommnen sollten. Während der Weimarer Republik wurden diese Privatanstalten nach und nach durch staatliche anerkannte Schulen für Frauenberufe abgelöst. Zugleich gingen von Weimar wichtige Signale für die akademische Frauenbildung aus. Im Jahr 1888 gründete hier Hedwig Kettler (1851-1937) den "Verein Frauenbildung-Reform", der ein den Knaben gleichwertiges Mädchengymnasium mit Abitur für einen uneingeschränkten Zugang zum Universitätsstudium forderte. Im Jahr 1900 bildete sich eine Weimarer Ortsgruppe des "Vereins Frauenbildung-Frauenstudium", angeführt von Selma von Lengefeld (1863-1934), die zugleich eine der Vorkämpferinnen für das Frauenwahlrecht war. Diesen Wandel Weimars von einem Hort höherer Töchtererziehung zu einem Ort beruflicher Frauenbildung veranschaulich die Ausstellung im Stadtmuseum vor allem mit reichem historischen Bildmaterial.  

Plakat der Sonderausstellung